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Wie finde ich die richtige Weiterbildung?

Berufliche Weiterentwicklung ist DAS Thema unserer Zeit. Aber was ist der beste Invest von Zeit und Geld? Nähern wir uns systematisch.

Berufliche Weiterbildung dient verschiedenen Zwecken: persönlicher Weiterentwicklung, Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit und Vorbereitung auf neue Anforderungen. Arbeitnehmer erhoffen sich dabei eine Erweiterung der Expertise und Aufstiegschancen, die sich auch finanziell niederschlagen. Arbeitgeber zielen auf spezifisch befähigte Teams, bessere Abläufe und letztendlich eine Steigerung des wirtschaftlichen Unternehmenserfolgs.

Um herauszufinden, welche Weiterbildung dafür die Richtige ist, sollte man diese vier Fragen beantworten:

Punkt 1: Worauf sollte ich organisatorisch achten?
Punkt 2: Welches Thema ist das Richtige?
Punkt 3: Wie kann ich richtig vergleichen?
Punkt 4: Was darf das kosten?

Bei der Vertiefung dieser Fragen möchte ich außerdem die zwei Perspektiven unterscheiden: Die Brille des Nutzers und die Brille des Käufers (Teamleiter, HR etc.) für einen anderen Nutzer. Los geht’s:

#1 Worauf sollte ich organisatorisch achten?

Bevor das Thema Weiterbildung so richtig auf die Agenda rücken kann, müssen sowohl Käufer als auch Nutzer Zeit schaffen. Hier sind vor allem die Unternehmen gefragt: Weiterbildung muss Teil des regulären Arbeitspensums sein und nicht obendrauf kommen. Sonst fühlt es sich ganz schnell wie eine Bestrafung und nicht wie eine Chance an. Zu einem Bildungsbudget gehört also unbedingt auch ein Zeitbudget. Hierfür gibt es glücklicherweise sehr unterschiedliche Möglichkeiten: Auf einen längeren Zeitraum angelegte Schulungen mit Flipped Learning Ansatz (sagen wir über 3–6 Monate) sorgen, wenn sie gut gemacht sind, für einen richtigen Vorsprung, aber nehmen auch viel Zeit in Anspruch. Vor allem die Zeit, die für Hausaufgaben und Übungen außerhalb der live Module benötigt wird, ist hierbei nicht zu unterschätzen. Dies kann ohne Probleme 15 Prozent der regulären Arbeitszeit einnehmen, die dann aber auch gewährt werden muss. Und es braucht Teilnehmer —  diese Frage solltest du dir als Nutzer auch stellen — die zumindest gute “Teil-Autodidakten” sind. Das Gegenmodell sind Intensivtrainings, die sich ganz gezielt einem kleineren Themenfeld annehmen und nur wenige Tage dauern. Um sie maximal zu nutzen, sollte organisatorisch trotzdem darüber hinaus gedacht werden. Die beste Weiterführung ist gegeben, wenn auf ein Training, eine interne Anwendung folgt. Beispiel: Der frisch gebackene Lego Serious Play® Experte leitet zeitnah eine interne Lego® Facilitation.

Die technische Durchführung wird dagegen heute immer einfacher: Viele Weiterbildungsanbieter steigen auf virtuelle Formate um und bieten daher eine große Flexibilität, dass Trainings auch im Home Office machbar sind.

#2 Welches Thema ist das richtige?

Es gibt natürlich Trendthemen wie Agiles Management, New Work etc. Aber grundsätzlich gilt: Die Befähigung sollte sich nach den eigenen Interessen und bisherigen Schwächen richten und, wenn vom Unternehmen budgetiert, natürlich auch nach den Unternehmenszielen. Modethemen als Lückenfüller für eine fehlende Perspektive führen zu mangelndem Commitment. So viel ist sicher. Für beide Seiten, Käufer und Nutzer, bedeutet das: Einer effizienten Weiterbildung geht individueller Entwicklungsplan voraus. HRler sollten solche Entwicklungs- und Fortbildungspläne zusammen mit den Mitarbeitern ausarbeiten. Das fördert die Selbstwirksamkeit der Beschäftigten und damit ihr Engagement und ihre Zufriedenheit. Selbstständige bzw. Selbstzahler sollten sich ebenfalls nicht von Trendthemen bestimmen lassen, sondern erst die eigene Perspektive aufmachen und dann in die Recherche gehen.

Diese Recherche besteht dann zum einen in Themen-Keywords und zum anderen in Methoden und Tool Begriffen. Ich persönlich glaube fest daran, Weiterbildung muss praxisnah sein. Um sicherzustellen, dass das gewünschte Thema auch wirklich praktisch voranbringt, sollten also ganz konkrete Methoden, Programme, Anwendungen etc. Teil des Angebots sein. 

#3 Wie kann ich Weiterbildungen richtig vergleichen?

Die Suche in allgemeinen Datenbanken ist leider nicht sehr hilfreich. Die beispielsweise 800.000 gelisteten Angebote bei der Agentur für Arbeit sind oft nicht aktuell, schwer durchsuchbar und schwanken um Meilen in der Qualität. Private Hochschulen, die Handelskammern oder Trainingsakademien wie Haufe machen das schon besser, aber bieten oft immer noch keine vollständige Vergleichbarkeit. 

Welche Informationen müssen außer Zeit und Art (virtuell oder physisch mit Ort) einfach verfügbar und vergleichbar sein?

a) Praxisnähe durch Methoden und Übungen
b) Konkrete Lernergebnisse
c) Verfügbarkeit und Qualität von Arbeitsmaterialen
d) Individuelle Trainer-Qualität

Egal, um welches Thema es sich handelt, diese Faktoren sollten gut bis sehr gut ausgeprägt sein. Daher braucht es Suchmaschinen und Datenbanken, die diese Informationen führen. Die Kategorien a) und b) werden meistens für ein kaufbares Angebot abgebildet. Die Kategorien c) und d) muss man suchen. Aktuell gibt es ausführliche Informationen und Bewertungen bei der Haufe Akademie und Bewertungen ohne Angebote bei Xing Coaches & Trainer. Das Komplettpaket und Keyword Filter suchte man bisher vergebens. 

Die Hintertür ist die, dass unternehmensseitige Käufer und Selbstständige meist auf Empfehlungen zurückgreifen, die die Keywords und Bewertung quasi schon beinhalten. Aber das ist zeitaufwändig und bildet nur einen Bruchteil des Marktes ab. Das ist der Grund, warum TRAINIUM existiert. TRAINIUM bildet alle Entscheidungskriterien ab (Bewertungen ab ersten Buchungen) und den ganzen Markt — vor allem auch unabhängige Angebote. Hier sollte die vergleichende Suche tatsächlich am einfachsten sein.

#4 Was darf das kosten?

Preis und Kosten sind immer ein Thema — auch bei einem Investment in Humankapital. Und die Preise im Weiterbildungsmarkt haben eine riesige Spanne — je nachdem wie viel geboten wird und wie etabliert ein Anbieter ist. 

Echte Schnäppchen gibt es kaum. Die virtuelle Ära mit vielen gratis Webinaren hat leider ein weiteres Mal bewiesen, was nichts kostet, ist auch nichts. Wer eine Stunde aktiv von einem live Trainer “bespielt” wird, soll eigentlich etwas anderes kaufen. Das kann man dann auch gleich tun. 

Hier eine Faustregel, was ein gutes Seminar in der freien Wirtschaft* kosten darf:

500 (ein Trainer) bis 1.500 € (mehrere Trainer oder Impulsgeber) pro Tag pro Teilnehmer bei Intensivveranstaltungen.

oder

500 bis 1.500 € pro Modul in Flipped Learning Programmen, die teils über Monate gehen können, worin üblicherweise 1–2h live und ca. 2–4 eigene Arbeit mit Arbeitsmitteln pro Modul stecken.

Teurer wird es bei Promi Coaches, die nach aktuellem Stand keinen wirklichen inhaltlichen Mehrwert bieten 😉 Wenn ein Weiterbildungsangebot von einer Vielzahl von Nutzern als gut oder sehr bewertet wird, ist es gut oder sehr gut, egal ob der Trainer einen YouTube Kanal mit 100.000 Followern hat.

Billiger wird es bei Massenveranstaltungen. Wenn es um praktische Weiterbildung geht, fallen für mich schon Gruppen über 30 Personen darunter. Hier wird die Interaktion und Übung viel kürzer kommen und damit das Lernergebnis leiden. Natürlich kann es Ausnahmen geben, gerade bei Inhouse Trainings, wo der Käufer die Gruppengröße vorgibt. Aber hier müsste ein seriöser Anbieter mehr Facilitators dazunehmen, was dann auch wieder teurer wird.

*Wichtig: Geförderte Programme oder teil-subventionierte Hochschulangebote haben andere Endpreise und bleiben hier außen vor.

Fazit
Eine gute, passende Weiterbildung zu finden ist nicht einfach. Aber der Weg dorthin kann strukturiert gemeistert werden. Bevor es überhaupt an die Auswahl geht, muss die nötige Zeit dabei und danach eingeplant werden. Für die Themenauswahl sollte dann ein persönlicher Entwicklungsplan zugrunde liegen, so wird nach nach Trends sondern nach den individuell fehlenden Wissensbausteinen gesucht. Die Suche selbst sollte anhand von festen Kriterien erfolgen: Neben Themen- und Methoden-Keywords sollte auf Praxisnähe, konkrete Lernergebnisse, Verfügbarkeit und Qualität von Arbeitsmaterialen sowie die individuelle Trainer-Qualität geachtet werden. Der Preisrahmen sollte im besten Falle vorab nur grob festgelegt werden und nicht zu weit unten angesetzt. Qualität hat ihren Preis! Die Ergebnisse werden es widerspiegeln. 

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